2020 weniger Taufen und Trauungen, viele Austritte

Die reformierten Landeskirchen verzeichnen für 2020 einen Einbruch kirchlicher Handlungen.

In der Aargauer Kirche gab es cononabedingt 38 Prozent weniger Taufen und 45 Prozent weniger Trauungen als im Vorjahr, in den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (refbejuso) 35 bzw. 39 Prozent, im Thurgau 25 bzw. 48 Prozent. Konfirmationen und Abdankungen blieben auf dem Niveau des Vorjahres.

Mehr zu reden geben die Austritte: Im Aargau traten erneut 2,3 Prozent der Mitglieder aus (3’639, nur 77 weniger als im Vorjahr).

Die refbejuso-Zahlen zeigen einen Anstieg von 6‘337 zu 6‘551 Austritten (1,2 Prozent der Mitglieder), denen weniger Eintritte gegenüberstehen (268 nach 333 im Vorjahr). Gut die Hälfte der Austretenden war noch nicht vierzigjährig.

Die Thurgauer Kirche verzeichnete eine Zunahme um 121 auf 1'530 Austritten (1,6 Prozent), bei 144 Eintritten (140 im Vorjahr). Die Mitgliederzahl sank auf 90'384 Personen.

In Zürich erklärten 6‘611 Personen (1,6 Prozent) ihren Austritt, knapp 200 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Eintritte sank von 437 auf 314. Wegen der höheren Sterblichkeit verzeichnete die Zürcher Landeskirche einen noch nie dagewesenen Gesamtverlust von 9‘742 Mitgliedern.

Die 406‘800 Mitglieder am Ende des ersten Coronajahrs (laut kantonaler Statistik) stellen noch 26 Prozent der Zürcher Wohnbevölkerung dar. Im Aargau sind 22 Prozent reformiert, im Kanton Bern 49 Prozent.

Die Zürcher Landeskirche schreibt zu den Zahlen, das kirchliche Engagement für die Konzernverantwortungsinitiative scheine nur geringe Auswirkungen gehabt zu haben. «Wohl wurden Kirchenaustritte angedroht, dann aber nur vereinzelt vollzogen.» Die Katholiken im Kanton hätten weniger Austritte verzeichnet als im Vorjahr.

Als Hauptgründe nennt die Landeskirche, «dass der Prozess zur Deinstitutionalisierung, der auch andere grössere Institutionen wie etwa die Gewerkschaften betrifft, und auch der Säkularisierungsprozess leider weiter an Dynamik gewinnen».

Während Winterthur noch 27 Prozent Reformierte zählt, stellen sie auf dem Gebiet der Stadt Zürich noch 18 Prozent (78'535 Personen) der Bevölkerung, in den Limmattaler Städten Dietikon und Schlieren 12 Prozent.

Austritte und Eintritte 2019