Bald freie Wahl der Kirchgemeinde im Aargau?

Der Aargauer Kirchenrat nimmt einen neuen Anlauf für die freie Wahl der Kirchgemeinde, die von der Synode im Grundsatz bereits im November 2007 beschlossen wurde. Jedes Mitglied soll unabhängig vom Wohnort seine Kirchgemeinde frei wählen können, in der es mit allen Rechten und Pflichten Mitglied sein möchte.

Die Regelung wurde aufgrund eines Rekurses im Herbst 2008 aufgehoben. Nun zeichnet sich aber die Möglichkeit ab, dass ein Mitglied seine Kirchensteuern direkt einer Wahlkirchgemeinde zuweisen kann, sobald die entsprechenden Erweiterungen in der Steuersoftware des Kantons Aargau implementiert sind. Dann wird der Kirchenrat mit einem vereinfachten Modell für die «Freie Wahl der Kirchgemeinde» wieder an die Synode gelangen.

Im Zuge der «Perspektive 2030», die der Kirchenrat Anfang Dezember veröffentlichte, sollen die Aargauer Reformierten bei schwieriger werdenden Rahmenbedingungen «freudig, ansteckend und glaubwürdig» Kirche sein. Massnahmen und Projekte sollen gefördert werden, welche vor allem die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Kirchgemeinden und Mitarbeitenden erweitern und fördern. Dabei soll auch gespart werden.

Der Kirchenrat will den gesetzlichen Rahmen – auch in der Kirchenordnung – lockern, «damit Gemeinden mehr Möglichkeiten haben, zeitgemäss und vielfältig Gottesdienst zu feiern».

In der Diakonie soll zum Ausdruck kommen, dass die tätige Nächstenliebe genauso zum Kerngeschäft des Glaubens gehört wie die Verkündigung. Am 9. Dezember 2019 wurde die kantonsweite Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche in der «ökumenischen Seelsorge in Institutionen» durch die Unterzeichnung eines Vertrags besiegelt. Gemäss der Medienmitteilung ist der Abschluss des aufwändigen, mehrjährigen Prozesses «ein fast schon historischer Meilenstein in der ökumenischen Zusammenarbeit».

Das Modell der Partnerschaftlichen Gemeindeleitung soll weiterentwickelt werden, insbesondere in den Themen Aufsicht und Konfliktmanagement.

Quelle: Aargauer Landeskirche