Wachen und beten, sterben und aufleben

Wachen und geistige Nüchternheit bei den Wüstenvätern – Vom Gebet zur Kontemplation – Spiritualität in narzisstischem Umfeld – Gebet und Ökumene als Verlustgeschäft? – Busse und Demut als Grundlagen des Einswerdens von Christen: Die Freiburger Studientage zeigen Dimensionen des Gebets auf, Wege, auf die es die Gläubigen und die Kirchen führt. Die Vorträge sind online, hier finden Sie Zusammenfassungen.


Wie gehen wir mit dem um, was Kirchen trennt – und woher rührt es? Der orthodoxe Theologe Peter Bouteneff plädiert für eine Ökumene der Busse. Busse schliesst Reue ein und die Bereitschaft, anders zu handeln. «Die Welt braucht jetzt Prediger, die das Evangelium aus einem Geist der Demut und Busse heraus predigen. Demut und Busse müssen also die Wurzel unserer Evangelisation sein und auch die Wurzel unserer Ökumene.»

Von der Provokation von Papst Franziskus in Genf, die Ökumene sei ein grosses Verlustgeschäft, schlägt Frère Richard von Taizé den Bogen zu Niklaus von Flüe. «Beten kann gefährlich werden; wir können dabei viel verlieren, vielleicht uns selbst.»

Abbas Poimen sagte: «Wir brauchen nichts als einen wachen Geist.» Wie Männer und Frauen im Ägypten des 4. Jahrhunderts fern der Stadt Gott suchten und was wir von ihnen lernen können, skizziert Katharina Heyden von der Uni Bern.

In der contemplatio wird der Geist des Menschen «über sich selbst hinaus erhoben zu Gott». Anhand eines Büchleins des Kartäusers Guigo stellt Hans Boersma aus Wisconsin die Lectio Divina vor, das Lesen und Meditieren der Schrift, das zum Gebet des Herzens anleitet und hinführt zur Kontemplation.

Fulbert Steffensky mahnt, nicht religiöse Erfahrungen, sondern Gott und seine Herrschaft zu suchen. Beim Hype um Spiritualität kritisiert er Erfahrungsversessenheit und Erfahrungsplanung, in der Überzeugung: «Wo der Glaube erwachsen wird, da hält er es ohne Erfahrungen aus.»

Auf www.lkf.ch sind weitere Referate zusammengefasst. Die Freiburger Studientage ermöglichen Interaktion mit Webinaren. Die Zusammenfassung weiterer Vorträge folgt.

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