Berichte

Hat es eine christliche Schweiz gegeben? Und: Wenn die christliche Prägung des Landes sich weiter auflöst, was dann? Mit den Fragen befasste sich das Leiterforum der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA in Männedorf Mitte Dezember.

„Christlicher Glaube ist Christusglaube, nicht allgemeine Religiosität.“ Dies hält Pfr. Ruedi Reich in seinem zeugnishaften Beitrag zum neuen TVZ-Buch «„Was der Mensch braucht“» fest. Reich ist wegen einer schweren Krankheit auf Ende Jahr als Zürcher Kirchenratspräsident zurückgetreten.

Kirche für das postmoderne Europa, bedrängte Kirche im Nahen Osten, Kirche für Gemeindemüde und theologische Ausbildung im pluralistischen Umfeld: vier neue Bücher stellen Horizonte und Herausforderungen vor Augen. Die Krise der Theologie an den welschen Universitäten fordert laut Shafique Keshavjee die Kirchen heraus, sich der Pfarrerausbildung anzunehmen.

Die Abgeordneten der Mitgliedkirchen des SEK haben am 8. November den Rat für die nächsten vier Jahre gewählt. In einer Feier für die abtretenden Ratsmitglieder verdankten prominente Gäste, unter ihnen Wolfgang Huber, das Wirken von Ratspräsident Thomas Wipf in der Schweiz und Europa.

Sechs Reformierte aus allen Landesteilen stehen am 8. November zur Wahl in den Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK). Das LKF fragte sie im Vorfeld nach ihren Absichten und Prioritäten.

Was sind zeitgemässe Gottesdienste? Mit der St. Galler Kirche erörterte das LKF am 30. Oktober 2010, was bei der Erneuerung des Gottesdienstes zu beachten ist. Sie gelingt nicht ohne Besinnung auf das Wesen der Kirche. Denn Gottesdienste werden als ihr Kerngeschäft wahrgenommen. Laut LKF-Präsident Alfred Aeppli geht es darum, «„Inhalte des christlichen Glaubens in zeitgemässer Form, verständlicher Sprache und ansprechenden Bildern so zu aktualisieren, dass in der innovativen Gestaltung die traditionellen Wurzeln spürbar sind».“ Werden Gottesdienste von Teams sorgfältig und liturgisch stimmig gestaltet, sprechen sie auch kirchenferne Menschen an. Im Kanton St. Gallen profitieren reformierte Kirchgemeinden, die neue Gottesdienste wagen, von einem «allgemein innovativen, ermutigenden Klima»“. Laut Kirchenratspräsident Dölf Weder hat man «keine Angst vor Vielfalt und vielfältigen theologischen Positionen».“ Die St. Galler Landeskirche fördert neue Projekte mit Arbeitsstellen.

Die Schweizer Reformierten sind seit bald 150 Jahren keinem Bekenntnis verpflichtet. Braucht es fürs 21. Jahrhundert wieder Texte? Und wie kann das reformierte Bekennen gefördert werden? An einem Studientag der Thurgauer Kirche, die die Frage bewegt, sprachen sich Gottfried Locher und Ralph Kunz für das gemeinschaftliche Bekennen des Glaubens aus.

Die Zusammenarbeit mit Nachbarn ist kein Allheilmittel für Kirchgemeinden und nicht schmerzlos, doch öffnet sie erfreuliche Perspektiven. Acht Kurzberichte und zwei Inputs einer Impulstagung am 28. Oktober 2010 in Zürich zeigten Licht und Schattenseiten auf.

Kirche ist für alle, doch sie könnte gastlicher werden. Für wen? Die Positive Fraktion der Berner Kirchensynode befasste sich am 11. September an einer öffentlichen Tagung in Bern mit dem, was Alte und Junge zusammenbringt.

Im St. Galler Netzwerk Junge Erwachsene arbeiten Reformierte regional und kantonal zusammen. Events und Aktionen, Feiern und Retraiten machen Kirche erlebbar, verbinden und stärken den Glauben. Die Kantonalkirche unterstützt das Netzwerk mit einer Arbeitsstelle. Kirchenratspräsident Dölf Weder: «Wir wollen junge Erwachsene begleiten.»

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