Berichte

Keiner hat als Künstler die Reformation stärker gefördert als Niklaus Manuel (1484–1530). Er stammte aus einer zugewanderten Familie und war Maler, Zeichner, Söldner, Dichter, Politiker und Diplomat in einem. Das Lebensgefühl seiner Zeit hat er im Totentanz in 24 Bildern und Versen eingefangen. Die grosse Berner Ausstellung über Niklaus Manuel dauert bis zum 17. April.

Was ist los in der Pentateuch-Forschung? Sind Grundannahmen zu ändern, um aus der Sackgasse, aus dem Chaos herauszufinden? Eine interdisziplinäre Tagung an der STH Basel erbrachte Schub für einen Paradigmenwechsel. Der Text der Mose-Bücher muss Vorrang haben vor den Modellen und Theorien, die an ihn herangetragen werden.

Sünde, Gnade, Glaube und Werke: Die laufende Ringvorlesung der Uni Bern stellt die Reformationszeit und das Heute anhand ihrer grossen Themen gegenüber. Dabei erweist sich die Aktualität der alten Wörter, das Erhellende ihres biblischen Grundes.

Demut und Gebet, Vertrauen auf die Kraft des Evangeliums und einfachere Strukturen haben in der anglikanischen Kirche in London zu neuem Feuer geführt. Es strahlt ins Land aus, wie Paul Williams, Bischof von Nottingham, berichtet. Vitale Gemeinden haben gelernt, sich an andere zu verschenken. Frischer Lobpreis zieht Menschen an. Die Kirche fördert die mixed economy.

Die Reformatoren gingen daran, den Glauben allein auf die Heilige Schrift zu gründen. Wie gilt sie demnach? Was bedeutet ihre Normativität für Glauben, Denken und Handeln? Damit befassten sich Ende Januar Theologen an der Universität Zürich. Fünf Vorträge sind zusammengefasst, zwei Beiträge aus reformatorisch-theologischer Sicht dazugestellt.

So viel Gutes die Reformation Westeuropa brachte, so bedrohlich ist der Schaden, den der moderne Protestantismus mit der Bibelkritik angerichtet hat. Armin Sierszyn zieht in einem Essay eine krasse Bilanz der 500 Jahre, an deren Anfang Luther, Zwingli und Calvin standen.

Im grossen kulturellen Umbruch fallen die alten Gewissheiten dahin. Die Schweizerische Evangelische Pfarrgemeinschaft (SEP) nahm an ihrer Frühjahrstagung vom 12. bis 14. März in Männedorf auch die Chancen der Postmoderne in den Blick.

Wie viel «Wildwuchs» tut dem Gottesdienst gut? Wie wird er der Raum, in dem wir Gott begegnen? Um die Gestaltung des Gottesdienstes im Zueinander seiner Teile ging es Luca Baschera in der Antrittsvorlesung an der Universität Zürich. Wortverkündigung und Abendmahl sind die beiden zentralen Handlungen, deren «sakramentaler Kern» der freien Gestaltung enthoben ist.

Thesen aus dem 19. Jahrhundert bestimmen bis heute die alttestamentliche Forschung nicht zu ihrem Vorteil. In der Forschung zu den Mosebüchern herrscht laut einem Kenner Chaos. Mitte März suchen Fachleute an der STH Basel Auswege aus der Sackgasse und fragen, wie ein Paradigmenwechsel aussehen könnte.

Die Globalisierung, aber auch die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft fordert die Kirchen der Schweiz heraus. Digitale Umbrüche lassen neue Kommunikations- und Gemeinschaftsformen entstehen. Wie geht die Kirche mit jenen um, die sie virtuell erleben wollen? Am Studientag des Instituts für Gemeinde und Weltmission IGW überwogen die Fragen die Antworten.

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