EKS-Papier zu den Umwelt-Vorlagen

Zum CO2-Gesetz finden die reformierten Theologen ein Ja; bei den beiden Initiativen überwiegen die Bedenken.

Der Diskussionsbeitrag der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz «Zwischen Handeln und Gelassenheit» bringt die kirchliche Selbstverpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung und aktuelle Umweltschutzfragen zusammen.

In 10 Fragen und 10 Antworten fassen die Theologen Hauptaspekte der Vorlagen, in Fortführung der umweltpolitischen Stellungnahmen des SEK. Sie argumentieren nicht ausschliesslich ökologisch, sondern fragen nach Gerechtigkeit, Gleichstellung und Freiheit.

Eingangs heisst es: «Die Zerstörung von Natur und Umwelt wird zum Spiegel der menschlichen Erlösungsbedürftigkeit. Genauso wenig wie uns selbst, können wir die Schöpfung Gottes retten.»

Der Reformator Jean Calvin wird zitiert, der für eine Haltung der Bescheidenheit und Dankbarkeit eintrat und einen sinnlichen Genuss bei «der Betrachtung von Gottes Werken» forderte. Laut der EKS ist diese Haltung in der Moderne von einem nicht nachhaltigen Aktionismus verdrängt worden. «Wir wollten die Schöpfung perfektionieren und unseren Effizienzmassstäben anpassen.»

Das totalrevidierte CO2-Gesetz befürworten die Theologen, auch von früheren SEK-Stellungnahmen her (z.B. Energieethik, 2008). Die Verschärfungen bestehender Regelungen etwa bei Brennstoffen und Automobilimporten würden sich positiv auswirken. «Mit dem Einbezug der Finanzwirtschaft wird ein Ansatz zur Schliessung einer weiteren Lücke geschaffen.» Insgesamt sei das Gesetz «ein wichtiger Schritt hin zu mehr Klimagerechtigkeit».

Die beiden Volksinitiativen sind laut dem Papier «schon dadurch polarisierend, dass sie in einem Bereich, in dem Konsumgewohnheiten und Konsumentenverhalten eine grosse Rolle spielen, ausschliesslich bei der Produktion ansetzen».

Bei der Trinkwasser-Initiative bemängeln die Theologen den engen Fokus auf den Ökologischen Leistungsnachweis, der erschwert werden soll. Sie brüskiere die Bauern, indem sie allein ihre Gestaltungsspielräume einschränke.

Auch bei der Pestizid-Initiative, die auf das Verbot synthetischer Pestizide in sämtlichen Anwendungsbereichen zielt, überwiegt die Kritik. «Die pauschale Gleichsetzung von natürlich und gesund, synthetisch und giftig lässt sich risiko-theoretisch und ethisch nicht halten.» Anzusetzen sei nicht mit einem pauschalen Verbot, sondern besseren Verfahren (Zulassung und Kontrolle).

Im Ganzen plädiert die EKS im Papier, das der Rat am 21. April verabschiedete, für ein «mutiges Handeln zugunsten eines umweltbewussten Zusammenlebens und andererseits Gelassenheit und Vertrauen in das schöpferische und erlösende Wirken Gottes».

Das EKS-Papier zu den drei Umweltvorlagen