Gottvertrauen oder Organisationsentwicklung?

«Unsere Vision für eine lebendige Kirche» suchte die Gesprächssynode der Aargauer Landeskirche am 13. September in Lenzburg. Ein Gottesdienst, Einblicke in kirchliche Entwicklungsprozesse und Beispiele aus Kirchgemeinden gaben reichlich Diskussionsstoff.

Im Gottesdienst verwies Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg auf das Fundament der Kirche: Jesus Christus. Er sprach Stärken und Schwächen der Kirche an und zeigte auf, wie aus theologischer Sicht aus Schwächen Stärken werden können, weil die Kirche sich ihren Auftrag nicht selbst gegeben habe. Synodepräsident Roland Frauchiger bezeichnete in seiner Einführung das Mitdenken der Synodalen bei inhaltlichen Fragen als wichtige strategische Aufgabe des Kirchenparlaments.

Wenn sich das «vitale Zentrum» der Christenheit zunehmend von Europa weg verschiebt, ist es wichtig, dass die charismatischen Bewegungen in der Schweizer Kirche besser integriert werden. Dies stellte Pfr. Benedikt Schubert aus Basel heraus. Sie würden urchristliche Traditionen aufnehmen, und auch in der reformierten Kirche müsse man dem Gefühl neben dem kritischen Verstand mehr Raum geben.

In einem weiteren Impulsreferat verdeutlichte Alfred Aeppli, bis 2016 Pfarrer in Jegenstorf, wie langfristig und ressourcenintensiv die Entwicklungsarbeit einer lebendigen Kirchgemeinde ist. Er beschrieb den Weg, den er mit einer grossen Zahl an Ehrenamtlichen und Freiwilligen über 19 Jahre ging. 

Am Nachmittag nahmen die Synodalen die Anregungen des Vormittags auf und verknüpften sie mit den Erfahrungen in den eigenen Kirchgemeinden. In zwölf Gruppen formulierten sie daraus ihre Vision einer lebendigen Kirche. Daraus entstanden Sätze wie: «Eine lebendige Kirche fördert ein aktives Glaubensleben für alle Altersgruppen» und «Wir fühlen uns getragen in einer offenen, weltweiten Kirche, die über unser Leben hinausgeht».

Quelle: ref-ag.ch, Regina Hauenstein