Hochzeit in der Wunschkirche

St. Galler Brautpaare, die nicht in ihrer Kirchgemeinde heiraten, haben dafür nicht extra zu bezahlen. Die Synode hat am 26. Juni die Abgeltung für kirchliche Handlungen ausserhalb der Wohnsitz-Kirchgemeinde geregelt.

«Wenn jemand Kirchensteuern zahlt und bei einer auswärtigen Trauung nochmals zur Kasse gebeten wird: das versteht niemand», sagte Kirchenratspräsident Martin Schmidt. Die involvierten Gemeinden sollten die erbrachten Leistungen gegenseitig verrechnen.

Dies beschloss die Synode nach Diskussion. Allerdings sind gastgebende Kirchgemeinden nicht verpflichtet, den eigenen Aufwand der Wohnsitzgemeinde in Rechnung zu stellen. Bei Trauungen ausserhalb des Kantons bleibt es den Kirchgemeinden überdies frei, die Kosten zu übernehmen.

Vom Visitationsbericht zur Strategie 2022
Einmal pro Dekade geht der St. Galler Kirchenrat hinaus in die Gemeinden, um den Puls zu fühlen. Die Synode nahm Kenntnis vom rund hundertseitigen Visitationsbericht 2017, der auf Gesprächen mit allen Kirchenvorsteherschaften der vierzig Kirchgemeinden im Kanton beruht. Zudem beteiligten sich 594 Mitarbeitende und Behördenmitglieder an einer Online-Umfrage.

Bei einer hohen allgemeinen Zufriedenheit der Mitarbeitenden ergab die Umfrage auch Handlungsbedarf. Geeignetes Personal und genügend Behördenmitglieder zu finden, ist schwieriger geworden. Stösst das Milizsystem an seine Grenzen? Martin Schmidt: «Die verstärkt auftauchenden Erschöpfungserscheinungen bei Mitarbeitenden machen mir Sorge.»

Nach der Kenntnisnahme des Berichts durch die Synode macht sich der Kirchenrat daran, Konsequenzen abzuleiten und in der Strategie «St.Galler Kirche 2022» festzuhalten. (Kurzversion des Visitationsberichts als PDF) 

Website des St. Galler Kirchenrates zu Kirche 2022

Quelle: ERK SG