Kirchenfusion minus 2

Zwei Kirchgemeinden in der Stadt Zürich, die sich nicht der geplanten Mega-Gemeinde anschliessen wollen, können ihren eigenen Weg gehen. Dies entschied die Kirchensynode am 16. Januar 2018. Sie würdigte die Eigeninitiative der Quartiergemeinden Hirzenbach und Witikon und stellte Freiheit über Geschlossenheit.

Die Kirchensynode sagte deutlich Ja zum Zusammenschluss von 31 Stadtzürcher Kirchgemeinden und Oberengstringen zur Kirchgemeinde Stadt Zürich. Zugleich lehnte sie die Zusatzanträge der vorberatenden Kommission ab, Hirzenbach und Witikon gegen ihren Willen der Mega-Kirchgemeinde anzugliedern.

Die vorberatende Kommission hatte Delegationen aus Hirzenbach, Witikon und Oerlikon angehört. Sie wollte trotz anderslautenden Beschlüssen der erstgenannten Gemeinden (Witikon nochmals am 14. Januar) diese an die Mega-Gemeinde anschliessen – entgegen dem Antrag des Kirchenrats, der die Beschlüsse respektierte. Die Kommission führte vor allem finanzielle Aussichten gegen den Alleingang ins Feld.

Der GPK-Sprecher bedauerte, dass es im langjährigen Prozess nicht gelungen sei, alle Kirchgemeinden für den Zusammenschluss zu gewinnen. Der Kirchenrat wollte auch wegen des hohen Rekursrisikos keinen Zwang ausüben.

Ein Pfarrer der Liberalen Fraktion stellte die Frage, ob man eine Kirchgemeinde mit 80‘000 Mitgliedern noch mit gutem Gewissen als Kirchgemeinde bezeichnen könne. Jetzt grünes Licht zu geben, sei unverständlich und unlogisch. «Die Schaffung einer Monstergemeinde ist kreuzfalsch.»

Der Hirzenbacher Pfarrer Franco Sorbara unterstrich, jahrelang habe man mit Herzblut fürs grosse Projekt gearbeitet und ab 2014 viele Ideen eingebracht, um darin die Handlungsfähigkeit der Gemeinde am Ort zu sichern – ohne Erfolg.

Frustration über das aktuelle Konstrukt gebe es nicht nur in Hirzenbach, sondern in der ganzen Stadt; es sei «für die Zukunft kontraproduktiv». Mit den geplanten zehn Kirchenkreisen rücke die Kirche weg von der Basis. Sorbara: «Inhalte werden der Struktur und der Bewirtschaftung klar nachgeordnet.»

Eingehender Bericht vom Synodetag