Wer hat, dem wird gegeben

Der Zürcher Kirchenrat will grosse Kirchgemeinden mit einer Teilrevision der Kirchenordnung fördern. Sie sollen künftig mehr Pfarrstellenprozente erhalten, Gemeinden mit weniger als 2000 Mitgliedern dagegen weniger.

Das Recht, über die Information der Gemeindeglieder zu bestimmen, will der Kirchenrat den Kirchenpflegen nehmen – die Zeitschrift reformiert. soll in allen Kirchgemeinden als Mitgliederzeitung verteilt werden.

Die Vorlage zur Teilrevision der Kirchenordnung wurde am 20. Dezember veröffentlicht und soll bereits im April und Mai 2018 von der Kirchensynode beraten werden. Während Anpassungen ans neue Gemeindegesetz des Kantons unbestritten sind, stossen Vorschläge auf Kritik, die offensichtlich dem Prozess KirchGemeindePlus Schub geben sollen.

Kirchgemeindeparlamente werden ermöglicht (acht neue Artikel) und die Funktion von Kirchgemeindeschreibern – als Chefs einer professionalisierten Verwaltung – soll in der Kirchenordnung verankert werden.

Kirchenpflegen können das Gesamtpensum der Pfarrstellen künftig selbst auf die Pfarrer und Pfarrerinnen in der Gemeinde aufteilen. Pfarrkonvente sollen selbst «im Einvernehmen mit der Kirchenpflege» eine Pfarrdienstordnung beschliessen.

Nach der Vorlage hat jede Gemeinde «unterschiedliche Formen des kirchlichen Lebens» zu fördern und für entsprechende Initiativen von Mitgliedern Mittel zur Verfügung zu stellen. Dabei hat sie auf «lebensweltliche Gesichtspunkte» zu achten.

Kirchliche Handlungen sollen Mitgliedern nur noch «im üblichen Rahmen» unentgeltlich angeboten werden. Andererseits soll es «in begründeten Fällen» Taufen ausserhalb des Gemeindegottesdienstes sowie – auf Wunsch – Trauungen und Abdankungen ausserhalb der Kirche geben.

Manche der Vorschläge stiessen in der Vernehmlassung auf breite Kritik bei Kirchgemeinden und Pfarrkapiteln; auf die Beratung im Kirchenparlament kann man gespannt sein.

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