Berichte

An einem «nationalen ökumenischen Gedenk- und Feiertag» am 1. April in Zug haben Leiter der Reformierten und der Katholischen Kirchen ihren Willen bekräftigt, im Zeichen von Bruder Klaus und der Reformation «gemeinsam zur Mitte» zu streben. Am stärksten kam der Wunsch nach ungetrennter christlicher Gemeinschaft im Gottesdienst zum Ausdruck.

Was bleibt den Kirchen im Gedenken an Niklaus von Flüe und die Reformatoren, als Christus den Herrn um sein Erbarmen zu bitten? Der Gottesdienst, den Reformierte und Katholiken am 1. April am nationalen Gedenk- und Feiertag in Zug gestalteten, gipfelte im Schuldbekenntnis. «Gemeinsam zur Mitte» suchen die Landeskirchen den Weg.

Das Evangelium von der Befreiung durch Jesus Christus ist 500 Jahre nach der Reformation immer noch fremd und sperrig. «Dieses Fremde zu sagen, macht Kirche relevant», sagte Michael Herbst am Kongress DYNAMISSIO in Berlin. Der Kongress fokussierte auf die Grundlage, Gemeinschaftsdimension und Sendung der Kirche.

Für den US-Theologen Kevin Vanhoozer ist die Geschichte der Taten Gottes ein echtes Drama. Das Ur-Skript des Dramas ist die Bibel. Hauptakteur ist Gott selbst, aber er will die Christen und die Kirche als Co-Akteure haben. Sie leben dieses Drama der Erlösung auf der Bühne dieser Welt und führen es auf. Mit Vorträgen in in Fribourg machte Vanhoozer eben dazu Mut.

In St-Légier in der Waadt startet im Herbst eine neue Ausbildungsstätte auf Fachhochschul-Niveau. Die Haute Ecole de Théologie HET-PRO stösst auf grosses Interesse. Die Kirchenleitung der reformierten Landeskirche der Waadt mauert, obwohl die Angebote an der Fakultät der Universität Lausanne von Pfarramtskandidaten kaum mehr belegt werden.

Keiner hat als Künstler die Reformation stärker gefördert als Niklaus Manuel (1484–1530). Er stammte aus einer zugewanderten Familie und war Maler, Zeichner, Söldner, Dichter, Politiker und Diplomat in einem. Das Lebensgefühl seiner Zeit hat er im Totentanz in 24 Bildern und Versen eingefangen. Die grosse Berner Ausstellung über Niklaus Manuel dauert bis zum 17. April.

Was ist los in der Pentateuch-Forschung? Sind Grundannahmen zu ändern, um aus der Sackgasse, aus dem Chaos herauszufinden? Eine interdisziplinäre Tagung an der STH Basel erbrachte Schub für einen Paradigmenwechsel. Der Text der Mose-Bücher muss Vorrang haben vor den Modellen und Theorien, die an ihn herangetragen werden.

Sünde, Gnade, Glaube und Werke: Die laufende Ringvorlesung der Uni Bern stellt die Reformationszeit und das Heute anhand ihrer grossen Themen gegenüber. Dabei erweist sich die Aktualität der alten Wörter, das Erhellende ihres biblischen Grundes.

Demut und Gebet, Vertrauen auf die Kraft des Evangeliums und einfachere Strukturen haben in der anglikanischen Kirche in London zu neuem Feuer geführt. Es strahlt ins Land aus, wie Paul Williams, Bischof von Nottingham, berichtet. Vitale Gemeinden haben gelernt, sich an andere zu verschenken. Frischer Lobpreis zieht Menschen an. Die Kirche fördert die mixed economy.

Die Reformatoren gingen daran, den Glauben allein auf die Heilige Schrift zu gründen. Wie gilt sie demnach? Was bedeutet ihre Normativität für Glauben, Denken und Handeln? Damit befassten sich Ende Januar Theologen an der Universität Zürich. Fünf Vorträge sind zusammengefasst, zwei Beiträge aus reformatorisch-theologischer Sicht dazugestellt.

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